Internationale Keramiktage 2020 abgesagt

Keramikobjekte Roßmann
Zwei Objekte des Keramikers Fritz Roßmann. | Fotocredits: Pressestelle Werkschule – Werkstatt für Kunst und Kulturarbeit e.V.

Die Internationalen Keramiktage 2020 in Oldenburg sind offiziell abgesagt. Dazu veröffentlichte die Werkschule eine Pressemeldung:

Der Termin hat für Tausende Tradition: Jedes Jahr am ersten Augustwochenende tummeln sich rund 60.000 Besucher aus ganz Deutschland auf dem Keramikmarkt am Oldenburger Schloss – normalerweise. Dieses Jahr ist, wie so Vieles, alles anders: Die 38. Internationalen Keramiktage Oldenburg sind für 2020 nun offiziell von der Veranstalterin „Werkschule – Werkstatt für Kunst und Kulturarbeit e.V.“ abgesagt. Auch eine geplante Alternative kommt nicht mehr in Frage.

Internationale Keramiktage 2020: Alternativ-Veranstaltung entfällt ebenfalls

Dass der diesjährige Keramikmarkt aufgrund der hohen Besucherzahlen in seiner gewohnten Form nicht stattfinden kann, ist bereits länger bekannt: Alle Großveranstaltungen wurden durch die Landesverordnungen bereits Mitte März ausnahmslos bis zum 31. August 2020 untersagt. Doch das Planungsteam der Keramiktage Oldenburg arbeitete auf Hochtouren an einer Alternative: Der Keramik-Promenade. Diese sah neben Kleinstmärkten auf Plätzen unter freiem Himmel in der Oldenburger Innenstadt auch die temporäre Nutzung von Ladenleerständen sowie eine Mitnutzung von Flächen in bestehenden Geschäften vor. Das Konzept wurde von den einjurierten Keramikern sehr gut angenommen: 70 von 125 Keramikwerkstätten hätten an der Keramik-Promenade teilgenommen. Auch das Amt für Kultur, Museen und Sport, einige lokale Institutionen und die Sponsoren der Keramiktage unterstützten das Alternativ-Konzept wohlwollend.

Verordnung macht Keramik-Promenade nahezu unmöglich

Die Werkschule als Veranstalterin könnte auch in diesem Jahr trotz allem mit einer hohen Besucherzahl rechnen, allerdings macht die am vergangenen Montag erschienene „Niedersächsische Verordnung zur Eindämmung des Corona-Virus‘ eine Durchführung der Veranstaltung nahezu unmöglich: Zwar sind demnach Spezialmärkte wieder erlaubt, allerdings nur zu sehr einschränkenden Bedingungen. Unter anderem müssen die jeweiligen Orte abgesperrt sein, es muss Eintrittsgeld erhoben werden und es dürfen nicht mehr als 1000 Menschen zur gleichen Zeit am gleichen Ort sein – eine Vorgabe, die in den Zusammenhängen dieser Veranstaltung kaum zu kontrollieren ist.

Keramiker in schwieriger Lage

Für die Keramikwerkstätten, von denen viele sich durch den Wegfall nahezu aller Europäischen Keramikmärkte in einer wirtschaftlich prekären Lebenssituation befinden, stellt dies einen weiteren, herben Verlust dar. Aber insbesondere ideell ist es nicht nur für die Keramiker, sondern auch für die Werkschule, die Stadt Oldenburg und tausende Besucher eine traurige Neuigkeit: Wie wird nur der August ohne den Traditionstermin der Oldenburger Keramiktage?

Bleibt zu hoffen, dass sich die Situation bald bessert und eine Lockerung der Auflagen in Sicht ist. Fest steht, dieses Jahr wird es leider keine Keramiktage in Oldenburg geben.

Weitere Beiträge und Interviews findet ihr in unserer gleichnamigen Rubrik. Mehr Infos findet ihr auch auf der offiziellen Website der Keramiktage.

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