Der Töpfer | Handwerkerstuben Feuchtwangen

Krüge und Teller im Raum des Töpfers
Krüge und Teller, ausgestellt in den Handwerkerstuben Feuchtwangen. | Fotocredits: Juliane Pröll

Die Geschichte der Keramik und damit die der Töpfer ist mehrere zehntausend Jahre alt. Zu den ältesten Funden gehört die Venusfigur von Dolní Vestonice, dem heutigen Unterwisternitz in Tschechien. Sie stammt aus der Altsteinzeit. Sie ist schätzungsweise zwischen 25.000 und 29.000 Jahren alt.




Grüne Kachel im Zimmer des Töpfers
Früher waren die Öfen meist grün, da grün als Farbe der Natur galt. | Fotocredits: Juliane Pröll

Früher war mehr grüne Kachel

In den Handwerkerstuben wird Besuchern die „neuere“ Geschichte des Töpferns näher gebracht. Im dritten Raum der Ausstellung steht nämlich der Beruf des Töpfers im Vordergund. Neben Keramikgeschirr und anderen Gegenständen aus dem Material ziert ein grüner Kachelofen aus dem 16. oder 17. Jahrhundert das Zimmer. Er soll symbolisch für die vielen Kacheln stehen, die früher für Kachelöfen benötigt wurden.

Gipsmodeln für Kacheln
Mit den Gipsmodeln wurden z. B. Aufsatzkränze für die Öfen kreiert. | Fotocredits: Juliane Pröll




Die Keramikkacheln fertigten die Töpfer mit Gipsabdrücken. „In die Gipsformen wurde der Ton hinein gedrückt und nach dem Brennen wieder entfernt“, erklärt Sabine Bachmann, Mitarbeiterin der Handwerkerstuben Feuchtwangen. „Besonders grüne Kacheln stellten die Töpfer oft für Öfen her.“ Die tonhaltige Erde Feuchtwangens kam den Töpfern da gerade recht.

Getöpfertes Tintenzeug
Beim Tintenzeug fehlen die Keramikfässer. Eines enthielt Tinte, das andere Sand zum Ablöschen der Tinte. | Fotocredits: Juliane Pröll

Tonmahlen mit der Tonmühle

Der Ton wurde mit der Tonmühle gemahlen und mit Wasser gemischt. „Die effizienteste Art, den Ton zu vermischen – heute wird das maschinell gemacht – war, ihn mit den Füßen zu stampfen“, erklärt Sabine Bachmann. So wurde der Ton zu einer homogenen Masse vermengt.

  • Tonmühle von Töpfer
    Mit dem Rad wurden die Walzen der Tonmühle gedreht.

Nachdem der Ton auf der Töpferscheibe mit Fußbetrieb in Form gebracht worden war, brannte der Töpfer die Objekte. Nach dem Brennen wurden die Gegenstände bemalt oder glasiert. Die Glasur musste anschließend nochmal gebrannt werden.

Recycling beim Töpfer

Auch recycelt wurde früher schon. Kaputte Tongegenstände brachten die Leute zum Töpfer, der das Material wiederverwertete. Die Stücke wurden in der Mühle zermahlen und wieder zu Ton gemischt.

Wer sich selbst ein Bild von den Gewerken in den Handwerkerstuben in Feuchtwangen machen möchte, findet weitere Infos auf der Webseite der Stadt Feuchtwangen. Weitere Beiträge zu historischem Handwerk findet ihr in unserer gleichnamigen Rubrik.

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