Die Manufaktur – Ansbachs kreatives Füllhorn

Mietregale in der Manufaktur Ansbach

Der Weg bis zur Manufaktur Ansbach

Hinter einem kleinen Schaufenster in der Fußgängerzone, direkt neben einem Bekleidungsgeschäft, versteckt sich ein kreatives Wunderland: die Manufaktur. Angelika Stegmayer und Heike Schwarz gründeten das Geschäft und eröffneten es im Jahr 2013. Die beiden arbeiteten schon früher zusammen und wünschten sich einen gemeinsamen Laden für ihre Kunst-Gewerke.

Die Künstlerinnen der Manufaktur Ansbach beim Gruppenbild

Die Kunsthandwerkerinnen und Künstlerinnen der Manufaktur: (v. o. l.) Modistin, Andrea Kaister, Lederkünstlerin Stephanie Rothemund, (v. u. l.) Papierkunthandwerkerin Angelika Stegmayer, Näherin Heike Schwarz und Filzkunsthandwerkerin Jutta Mack. Es fehlt die Filzkünstlerin Ute Ulsenheimer, die beim Termin leider nicht dabei war.

„Wir waren vorher immer auf Märkten unterwegs, aber wir wollten einen festen Ort, um unser Kunsthandwerk zu präsentieren“, erklärt Angelika Stegmayer. „Wir begannen in der Büttenstraße in Ansbach mit einem Raum. Das war schon sehr klein und sehr ab vom Schuß.“ Als sie die Räumlichkeiten in der Neustadt zur Miete angeboten bekamen, schlugen die Kunsthandwerkerinnen zu. Von Anfang an war klar, dass in dem zweistöckigen Geschäft auch andere Künstler und Handwerker zur Untermiete erwünscht waren.

  • Ledermasken in der Manufaktur Ansbach
    Schöne Ledermasken ...

Als erstes kam Modistin Andrea Kaister hinzu. Die ausgebildete Meisterin der Hutkunst richtete sich in einem der Räume im oberen Stock ihr kleines Atelier im zwanziger-Jahre-Stil ein. Die Filzkünstlerinnen Jutta Mack und Ute Ulsenheimer sowie die Lederkünstlerin Stephanie Rothemund vervollständigen den bunten Tross.



Lebendiges Handwerk vor Ort

Jede der Künstlerinnen geht in der Manufaktur ihrem Handwerk nach. So faltet, stempelt und stanzt Angelika Stegmayer dort Grußkarten sowie Geschenkschachteln und gibt Workshops im Geschäft. Heike Schwarz, die Frau mit der Nähnadel, näht und strickt Taschen, Schlüsselanhänger und allerlei Brauchbares wie Rechenmäuse und Männerkissen mit Snack- und Fernbedienungstaschen.

Jutta Mack und Ute Ulsenheimer fertigen kunstvolles, filigranes und praktisches aus Filz: neben Filzschalen für Ohrringe oder anderen Kleinkram, gibt es im Geschäft auch feine Filzschals und Teekannenwärmer zu kaufen. Die beiden haben die Filzschule in Oberrot besucht und eine dreijährige Fortbildung mit Blockunterricht hinter sich.

  • Filzgefäße in der Manufaktur Ansbach
    Filzgefäße für Kleinkram, ...

Andrea Kaister formt verschiedenste Hüte – vom zarten Damenhut bis hin zum burschikos-eleganten Fedora – in ihrer Hutwerkstatt. Ein Hut kostet je nach Material ungefähr zwischen 70 und 180 Euro. Ihre Leidenschaft sind besonders „alte Hüte“ von der Jahrhundertwende bis zu den zwanziger Jahren.

Stephanie Rothemund stellt in der Manufaktur ihre Lederkunstwerke, -schmuck und -gürtel aus. Zusätzlich fertigt sie in einer anderen Werkstatt Ledersättel für Fahrräder oder restauriert diese. Die Künstlerin kommt aus einer Schuhmacherfamilie und ist „in der Werkstatt aufgewachsen“.

Brett frei

Mietregale in der Manufaktur Ansbach

Die Mietregale sind derzeit ausgebucht.

Aber nicht alles, was im Laden verkauft wird, wird auch dort hergestellt. Die Manufaktur vermietet Regalbretter an Kunsthandwerker, die im Geschäft ihre Waren ausstellen möchten. „Wenn wir ein Brett frei haben, kann jeder der kreativ tätig ist, kommen und anfragen“, erkläutert Papierkünstlerin Angelika Stegmayer das Konzept. „Denn wir möchten eine Vielfalt an handgefertigten Unikaten anbieten.“

Glasringe

Glasschmuck einer Kunsthandwerkerin in einem der gemieteten Regale.

Gehäkelte Küken, Holzspielzeug, Glasschmuck – die Auswahl lässt keine Wünsche offen. Über 20 Regale vermieten die Künstlerinnen derzeit an andere Kunsthandwerker. Das Konzept geht auf: Alle Regale bis auf eines sind voll. Die Einnahmen vom Verkauf gehen an die Mieter, nur die Regalmiete muss an die Manufaktur bezahlt werden. Ein Regalbrett kostet pro Monat fünf Euro.



Eine gute Mischung

Eine gute Mischung ist für die Manufaktur in Ansbach wichtig. „Wir schauen schon, dass die Waren ein Alleinstellungsmerkmal haben“, sagte Heike Schwarz. „Wir wollen nicht fünfmal die gleichen Sachen in den Regalen stehen haben.“ Eine Absage an einen Kunsthandwerker kann deshalb durchaus vorkommen. Interessenten schicken entweder über Facebook eine Nachricht an die Betreiberinnen, kommen persönlich vorbei oder rufen an.

Freitag und Samstag befinden sich die Kunsthandwerkerinnen im Haus, unter der Woche gehen fast alle, bis auf Lederkünstlerin Stephanie Rothemund, anderen Jobs nach. „Ich könnte nicht mehr von meinen Hüten leben“, sagt die Modistin Andrea Kaister.

  • Hutatelier in der Manufaktur Ansbach
    Andrea Kaister hat sich in der Manufaktur ihr kleines Atelier eingerichtet.

Den anderen Kunsthandwerkerinnen geht es ähnlich, sie arbeiten unter der Woche Voll- oder Teilzeit. Angelika Stegmayer ist zum Beispiel Beraterin für systemische Organisationsentwicklung. Seit zehn Jahren betreibt sie ihr Kunsthandwerk neben der Arbeit als Ausgleich. Ebenso Heike Schwarz, sie arbeitet als Bürokauffrau und fertigte ihre Handarbeiten schon als Kind zusammen mit ihrer Mutter.

  • Ein Männerkissen wird genäht
    Heike Schwarz näht ihre Stücke in der Manufaktur.

Workshops – Kunsthandwerk zum Mitmachen

Angelika Stegmayer veranstaltet mindestens einmal im Monat einen ihrer Papier-Workshops in der Manufaktur. Vor Weihnachten gibt es mehrere Workshops, zum Weihnachtskarten basteln. Für Hochzeiten fertigt sie Tischkarten oder Einladungen auf Bestellung. Die Papierkünstlerin bietet auch Bastelworkshops für Kindergeburtstage in der Manufaktur an: „Die Eltern kommen mit ihren Kindern in die Manufaktur, bringen Essen und Trinken mit, packen Geschenke aus und ich bastele dann eineinhalb Stunden mit den Kindern.“

  • Arbeitsplatz von Angelika Stegmayer
    In Angelika Stegmayers Bastelstube gibt es allerlei zu entdecken:

Zusätzlich finden Filzworkshops mit Jutta Mack sowie Zuschneidekurse im Laden statt. Die Termine für die verschiedenen Workshops werden auf der Facebook-Seite der Manufaktur veröffentlicht. Wer möchte kann sich auch in einen Newsletter für die Termine eintragen lassen.

Die Manufaktur befindet sich in der Straße Neustadt 34 in 91522 Ansbach und ist jeden Freitag von 13 Uhr bis 18 Uhr sowie Samstags von 10 Uhr bis 15 Uhr geöffnet. Weitere Infos und Updates findet ihr auf der Facebook-Seite. Weitere Beiträge findet ihr in unserer Rubrik „Beiträge & Interviews“.

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